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Montag, 19. November 2012, 10:30

Rauchende Christen ?

Hallo Zusammen.

Ich hätte gerne einen Rat von euch.

Ich bin seit mehreren Jahren bekehrt. Gott hat sicher schon sehr viel in meinem Leben bewirkt, aber trotz allem schaffe ich es nicht mit dem Rauchen aufzuhören. Ich gebe zu ich rauche gerne und ich weiß ich bin süchtig.

Ich weiß auch das ich gegen die Bibel handel und bete darum das Gott das Wollen und Wirken in mir bewirkt. Und trotzdem, werde ich immer wieder schwach und rauche wieder.

Hätte gerne mal eure Meinung. Was sagt das über mich als Christ aus. Heißt das ich bin nicht errettet? Oder nur halb?

Bitte um Hilfe.

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Sonntag, 25. November 2012, 21:48

Hallo Nahimana,

nun ist mir ja nicht bekannt, dass in der Bibel steht, dass das Tabakrauchen verboten ist. Doch hier gibt es sicher wesentlich bibelkundigere Forumsbesucher als mich. Da Du nun schreibtst, Du seist süchtig, will ich Dir dazu was schreiben.

Die Substanz, die beim Rauchen in erster Linie abhängig macht (auf die vielen verschiedenen Zusatzstoffe gehe ich hier mal nicht ein), heißt Nikotin. An kleine Teerteilchen gebunden erreicht Nikotin nach dem Inhalieren binnen weniger Sekunden das Gehirn, wo es in die Steuerung des Dopaminstoffwechsels eingreift. Der Teil des Gehirns, in welchem dieser Vorgang stattfindet, wird auch als "Belohnungszentrum" bezeichnet. Dopamin ist durch das Rauchen in höherer Menge verfügbar als im normalen Zustand und wird langsamer abgebaut.

Die Botenstoffe regeln fast alles auf der mentalen Ebene bei uns. Dopamin ist am Aufbau von Empfindungen wie Glück und Vergnügen usw. beteiligt. Die Bestätigung von Belohnung und Zuspruch empfinden wir maßgeblich durch die Ausschüttung dieses und anderer Botenstoffe. Ein zu niedriger Dopaminspiegel macht schlechte Laune, manchmal bis hin zur Depression.

Nun gewöhnt sich der Körper an die NIkotinzufuhr und den erhöhten Dopaminspiegel und kommt beim Rauchstopp in ein chronisches "Minus". Er wird wahrscheinlich rebellieren. Es kann - und das wird meiner Meinung nach beim Rauchen stark unterschätzt - zu Entzugserscheinungen kommen, zum Beispiel Unruhe, Schlafstörungen, vermehrtem Hunger- und Durstgefühl, Antriebslosigkeit, verminderte Frusttoleranz...

Hinzu kommt, dass Raucher ja so eine Art Gehirnwäsche hinter sich haben indem sie oftmals davon überzeugt sind, dass Rauchen Spaß macht, gut schmeckt oder sonstwie angenehm ist. Aus meiner Sicht ist es ja eigentlich so, dass Einatmen von purem Raucheigentlich eklig und widernatürlich sein müsste, dass alle Klamotten, vielleicht sogar die Wohnung stinkt, dass Geschmacks- und Geruchssinn mehr oder weniger verloren gehen und sich die Lebenserwartung total verkürzt. Von Schwangerschaft wollen wir mal gar nicht reden!

In der professionellen Suchtkrankenhilfe werden veränderungssuchende Menschen oft aufgefordert, schriftlich die Gründe "Pro" und "Contra" festzuhalten. Versuch das doch mal.

Ich selbst habe vor fast 10 Jahren aufgehört zu rauchen und ich fühle mich bis heute einfach nur befreit. Ich finde es aber wichtig, sich klar zu machen, dass "einfach aufhören" nicht geht. Sucht ist ein ernsthaftes Krankheitsbild, ein Rauchstopp erfordert Energie, eine klare, wohl überlegte Abstinenz-Entscheidung und aus meiner Sicht eine gute Planung. Das gute ist, dass alle Symptome des Entzugs nach einer (unterschiedlich lang dauernden) Weile verschwinden.

Nun, Christen sind klar im Vorteil, denn sie sind nicht allein. Das tägliche Gebet gibt Kraft und Zuversicht bei der Umsetzung.

Ich wünsche Dir viel Erfolg und alles erdenklich Gute. Sorry, ist ein bißchen lang geworden.

June

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Montag, 9. September 2013, 18:43

Tach Nahimana,
es gibt leider Christen, die stellen die These auf, dass man kein Christ sein kann, wenn man raucht. Das kann ich so nicht stehen lassen. Dennoch heiße ich Rauchen auch nicht gut.
Unser Körper ist der Wohnort für den heiligen Geist, den wir nicht mutwillig kaputt machen sollen. In sofern lehne ich das Rauchen ab.
Mit der Bekehrung haben wir eine neue Natur erhalten, die offensichtlich bei dir die Wirkung zeigt, dass du generell Gott gefallen möchtest und mit dem Rauchen aufhören möchtest. Allerdings ist die alte Naturlich auch bestrebt, sich ausleben zu können. Wir können aber nicht absolut sündenfrei leben. Das heist aber nicht, dass es egal ist ob wir sündigen und könnten leben wie wir wollten.
Und es gibt keine halb erretteten Christen. Entweder hast du durch deine persönliche Buße volle Vergebung deiner vergangenen und künftigen Sünden erhalten oder du bist gar nicht errettet. Etwas dazwischen gibt es nicht.
LG
Axel
Gruß von Axel
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