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11

Montag, 1. Juni 2009, 18:07

Hallo Mikros,

meine Gedanken waren zunächst einmal davon motiviert, ein wenig auf zu wecken, und einmal vor Augen zu führen, wie aktuell die Offenbarung in unsere Zeit hineinspricht. Darum geht es auch erst einmal darum, dass uns etwas bewußt wird, und dann erst um die Frage wie daraufhin zu handeln ist.

Totalausstieg? Ich wüßte auch nicht wie das zu machen wäre, und ob das notwendig ist. Aber nehmen wir mal ein ganz normales Beispiel, etwa den Beruf: wenn heute eines meiner Kinder mich fragen würde, ob es z.B. nach der Mittleren Reife einen Ausbildungsberuf ergreifen soll, oder ob es mit dem Abitur auf einen Hochschulabschluss hinarbeiten soll, was würde ich dazu sagen? "Mach mal Abi und studier, dann wird aus Dir mal was" oder reflektiere ich einfach mal nach Parametern der Bibel? "Strebet nicht nach hohen Dingen", "haltet Euch zu den Niedrigen", "wenn ihr Nahrung und Bedeckung habt dann lasst Euch daran genügen" und vor allem "trachtet zuerst nach dem Reich Gottes"? Weise ich mein Kind darauf hin, dass ein Hochschulabschluss mit darauf folgender Karriere nahezu unweigerlich in extremer zeitlicher und körperlicher Belastung endet, wenn er auch jede Menge materielle Vorteile mit sich bringt? Binde ich mir - um im Gesamtbild zu bleiben - das Wort Gottes, die Gedanken meines Herrn in dieser Frage auf "Stirn" und "Hand", oder habe ich von Anfang an andere Prioritäten?

Oder für uns, die schon im Beruf stehen: nehme ich eine Beförderung an, obwohl ich weiss, dass damit meine Zeit für meinen Herrn noch knapper wird? Nehme ich einen Auftrag als Unternehmer an der mir viel Umsatz bringt, auch wenn ich weiss dass er mich für Monate zu 100% bindet? Habe ich mal darüber nachgedacht, mein zeitliches Engagement im Job zurück zu fahren, auch wenn es mich vielleicht meinen zweiten Urlaub im Jahr kostet, oder mein Haus dann 5 Jahre später entschuldet ist, und ich nicht den nächsten Sprung auf der Karriereleiter mache? Ich kenne "Brüder", die wohl darüber jammern, dass sie kaum Zeit für Gemeinde etc. haben, die aber ohne mit der Wimper zu zucken "besser" bezahlte Jobs annehmen, und jeden Tag über 100 km zur Arbeit reisen, ohne die Wiedersprüchlichkeit ihres Verhaltens anscheinend auch nur zu bemerken.

Die Art dieser Beispiele ließe sich endlos fortführen. Die Frage ist eben "was beherrscht mein Denken und Tun", oder anders herum "wem gehört eigentlich mein Leben", meinem Herrn und Gott, oder dem antichristlichen System "Welt". Und bei der Antwort auf dieser Frage kann das Lesen der Offenbarung auf die oben angedeutete Art sehr hilfreich sein, wobei ich zugebe, auch noch am Anfang zu stehen.

Blessings

12

Dienstag, 2. Juni 2009, 09:40

Hallo Christian,

wie gesagt, bin ich mit dir einer Meinung, was du über das Lesen der Offenbarung sagst.

Aber ich habe ein Problem hiermit:

Zitat:
Weise ich mein Kind darauf hin, dass ein Hochschulabschluss mit darauf folgender Karriere nahezu unweigerlich in extremer zeitlicher und körperlicher Belastung endet, ...?

Glaubst du denn, dass ein niedrigerer Schulabschluss zu einem entspannteren Leben führt? Glaubst du, dass Arbeiter oder auch Bürokaufleute etc., also Ausbildungen mit mittlerer Reife und weniger Anstrengung (Lernen) dazu verhelfen, mehr Zeit für Gott zu haben?!
Ich glaube, viele, die so denken, werden sich noch ganz schön umgucken! Wie lange muss man dann arbeiten, um eine Familie ernähren zu können, auch ohne Urlaub, geschweige denn mehrmals im Jahr? - Ist es nicht vielmehr so, dass ein Vater von mehreren Kindern, der eben nicht studiert hat und stattdessen einen "normalen" Ausbildungsberuf ergriffen hat, abends oder am Wochenende noch Taxifahren muss (oder einer anderen Nebenbeschäftigung nachgehen), damit er eine angemessene Wohnung und ordentliche Kleidung beschaffen kann?

Gruß mikros

13

Dienstag, 2. Juni 2009, 11:03

Lieber mikros,

ich kann Dein Problem bestens verstehen und würde es genau so formulieren. Ich habe die Dinge auch bewußt einseitig beschrieben.

ABER (nicht mit erhobenem Zeigefinger, weil ich selber weiss, welchen Anspruch ich formuliere): Deine Bedenken - die ich ja teile - machen absolut deutlich: "es" hat uns bereits an Stirn und Hand! Unser Denken ist darauf ausgerichtet, für "angemessene" Wohnung und "ordentliche" Kleidung und einige andere DInge zu sorgen. Hat folgender Bibeltext (NeuesLeben) uns noch etwas zu sagen?

Mt 6,31ff: Hört auf, euch Sorgen zu machen um euer Essen und Trinken oder um eure Kleidung. Warum wollt ihr leben wie die Menschen, die Gott nicht kennen und diese Dinge so wichtig nehmen? Euer himmlischer Vater kennt eure Bedürfnisse. Wenn ihr für ihn lebt und das Reich Gottes zu eurem wichtigsten Anliegen macht, wird er euch jeden Tag geben, was ihr braucht. Deshalb sorgt euch nicht um morgen, denn jeder Tag bringt seine eigenen Belastungen. Die Sorgen von heute sind für heute genug.

Könnte es auf diesem Hintergrund nicht sein, dass diejenigen sich - geistlich gesehen - mal umschauen werden, die zwar materiell im Sinne des Systems gut dastehen, aber in Hinsicht auf das Reich Gottes aber m.o.w. unfruchtbar sind? Was mich einmal sehr beeindruckt hat war ein Ausspruch von Spurgeon (zitiert bei W. MacDonald): "Spurgeon hatte die Bedingungen der Jüngerschaft nachdrücklich einem jungen Mann nahegebracht. Als der Bursche in weinerlichem Ton sagte, „Ich muß doch leben, oder?“ sagte C.H.S. „Ich gestehe das nicht zu. Wir müssen Gott gehorchen.“ Wer sagte, dass wir leben müßten? Wer sein Leben liebt, wird es verlieren. Wir sollten „unsere Seelen und Leiber niederwerfen für Gott, damit er sie unterpflügen kann.“

Blessings

14

Donnerstag, 4. Juni 2009, 11:21

Hallo Chrisian,
Ich möchte doch gerne noch mal antworten, da ich es war, der bei dir "das Fass zum Überlaufen gebracht hat" :D.

Zitat

Es ist ein typischer Nebeneffekt dieser Auslegung der Offenbarung ("es geht uns nichts an, da es uns nicht betrifft"), dass man die warnende und ermahnende Kraft dieses Bibelbuchs gar nicht mehr erkennen kann. Diskutiert wird nur die technische Frage, wie so etwas (Zeichen an Hand und Stirn) denn vor sich gehen wird, weniger aber das, was Gott wirklich damit meint.

Ich Grundsatz wollte ich mit meinem Beitrag dasselbe ausdrücken. Denn natürlich ist die Offenbarung "topaktuell" für uns. Man nehme nur einmal die Sendschreiben. Sie haben wirklich jeden Christen und jeder Gemeinde in jeder Situation etwas zu sagen.
Mein Problem mit zum Beispiel den Spekulationen um das Zeichen an Hand und Stirn, ist der "populärwissenschaftlicher" Umgang mit dem Thema. Sobald irgendein elektronischer Ausweis oder Chip eingeführt/erfunden wird, wird dieses Thema wie eine

Zitat

technische Frage
behandelt. Sogleich hat man ein reißerisches und "quotenbringendes" Thema gefunden, um neue Artikel in seichten(!?!) christlichen Magazinen zu veröffentlichen oder am Gemeindebrett einen neuen Aushang zu nageln. Dabei zielt man an den zwei Hauptpunkten vorbei:
1. In welchen zeitlichen und (zeitlich-)prophetischen Zusammenhang steht das Thema.
2. Was hat uns das Thema zusätzlich (nicht: auschließlich) heute noch zu sagen.
Den 2.Punkt hast du ja schon sehr gut angeschnitten. Und ich finde deine Auslegung wirklich gut und richtig. Jedoch: Es ist und bleibt eine Auslegung. Und wir dürfen den ersten Punkt nicht außer Acht lassen. Sonst stehen wir in der Gefahr, die Verse aus dem Zusammenhang zu reißen und irgendwelche Auslegungen und Gedankengebäude zu entwickeln, die sich (im Gegensatz zu deinen Ausführungen :!: ) nicht auf andere Bibelstellen stützen.
Nun noch ein Vers zu deinen letzten Gedanken:

Zitat

Rö.12, 1
Ich ermahne euch nun , Brüder , durch die Erbarmungen Gottes , eure Leiber darzustellen als ein lebendiges , heiliges , Gott wohlgefälliges Schlachtopfer , welches euer vernünftiger Dienst ist.

Gehen wir doch noch einmal ganz jungfräulich an diesen Vers heran:
Gott will uns als Schlachtopfer!!!!!! und nicht als Dienstleister.
[Zum Vergleich: Dies erinnert mich an Offb 5, 6 (Und ich sah inmitten des Thrones und der vier lebendigen Wesen und inmitten der Ältesten ein Lamm stehen wie geschlachtet , das sieben Hörner hatte und sieben Augen , welche die sieben Geister Gottes sind , die gesandt sind über die ganze Erde .)
Es ist nicht irgendein kuschliges süßes kleines Lämmlein, welches Johannes sieht. Es ist ein Lamm wie geschlachtet. !!!WIE G E S C H L A C H T E T!!!!]
Manchmal ist es gut, die Bibel in der Gesinnung einer geistlichen Jungfrau zu lesen.
Der von dir zitierte Vers aus Mt6,33 ist eines dieser Verse, die man beim ersten bewussten Lesen festhalten möchte wie ein kostbarer Schatz. Doch Laufe der Jahre und mit fortlaufender Intergration in unseren christlichen Gedankenbebäuden und (Achtung: bewusste Wortwahl)Versammlungshierarchien läuft dieser Schatz wie ein Stück Silber an und verliert für uns an Glanz und Kraft.
Deshalb nochmal und in vollem Bewusstsein meiner geistigen Kräfte:

Zitat

Trachtet aber zuerst nach dem Reiche Gottes und nach seiner Gerechtigkeit , und dies alles wird euch hinzugefügt werden.

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